Gordan flieht vor dem Winter

06.02.2010 | NNN – Rostock

Rostocker Kanu-Hoffnung bereitet sich ab nächste Woche im warmen Portugal vor.

Plan B muß her, wenn es sich auf der zugefrorenen Warnow nicht mehr trainieren läßt. Deswegen fasste Gordan Harbrecht, vom Rostocker Kanu-Club den Entschluss, auf eigene Kosten ins Warme zu fliegen. “Weihnachten war ich eigentlich das letzte Mal so richtig auf dem Wasser und bin zwischen Eisschollen gepaddelt. Jetzt ist wirklich alles dicht und ich jann nur noch Kraft- und Ausdauertraining an Land machen oder mich auf ein Paddelergometer setzen”, sagt der 24-Jährige.

Kurzfristiges Ziel Nationalmannschaft

Doch das reicht natürlich nicht aus, um das Ziel Nationalmannschaft zu erreichen. Am 13. Februar wird Gordan deshalb mit neun weiteren ambitionierten Kanuten aus ganz Deutschland für sieben Tage ins portugiesische Portimão fliegen. Der Griff in den eigenen Geldbeutel – 600 Euro muß er in etwa locker machen – fällt ihm zwar schwer, aber “ich muß jetzt endlich wieder aufs Wasser”, so der Sportler. Schließlich geht es schon in zweieinhalb Monaten um Alles oder Nichts, wenn in Duisburg zweimal die Ranglistenplätze im einer ausgepaddelt werden. Der Maschinenbaustudent im siebten Semester weiß: “Da muß man schon so unter die ersten Sieben oder Acht kommen, damit man den Sprung in die Nationalmannschaft schafft. Das wird eine knappe Geschichte.” Freizeit ist deshalb in Portugal überhaupt nicht eingeplant. Stattdessen stehen 40 bis 50 Kilometer Paddeln pro Tag sowie zusätzliche Athletik- und Krafteinheiten auf dem Programm. Denn Gordan Harbrecht will sich den Traum von den Olympischen Spielen 2010 in London verwirklichen. “Dazu habe ich jetzt noch fast drei Jahre Zeit, und dann kommt es drauf an. Ich will in diesem Jahr den Anschluss an die Nationalmannschaft schaffen, mich 2011 etablieren und dann meine Lesitungen unternauern”, so der Rostocker, der die 1000 Meter am liebsten zurücklegt, ehrgeizig.

Trainingslager in Neubrandenburg

Bevor es jedoch nach Portugal geht, steht für den Norddeutschen Meister über alle drei Rennstrecken (200, 500, 1000 m) ab Montag ein Trainingslager in Neubrandenburg auf dem Oberbach an. Zumindest da sind die heimatlichen Gewässer nicht zugefroren.

Karen Hacke

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