Pappboote wollten nicht freiwillig untergehen

20. Juli 2009 | Ostseezeitung – Hansestadt Rostock

Stadthafen In der dritten Auflage gab es die Pappboot-Weltmeisterschaft beim Sommerfest der Wiro an den Hafenterrassen. Drei der sieben Gefährte weigerten sich am Sonnabend vor den Augen Hunderter Zuschauer hartnäckig, in der Warnow zu versinken. Am Ende freute sich das reine Frauenteam „Chantalle“ über einen Pokal aus Schokolade.

Sieben Mannschaften waren angetreten, um die Eigenbauten zu Wasser zu lassen. Zwei Stunden hatten vorher alle Zeit, ein schwimmfähiges Gefährt zu bauen. „Nur aus Kartons und Klebeband“, erklärt Mitorganisator André Rusch. Auf dem Wasser musste dann auf Zeit gepaddelt werden, belohnt wurde auch, wer den Untergang so lange wie möglich hinauszögern konnte.

Als die letzten drei Boote dank des großzügigen Einsatzes von Klebeband überhaupt keine Anstalten machten, zu versinken, schoben Silke Bull, André Rusch (Team Paddel-Center) und Heiko Wahls mit der „Unsinkbar II“ noch ein Extra-Rennen ein. Half nichts, lediglich Wahls musste irgendwann erkennen, dass der Name seines Bootes doch nicht hielt, was er versprach. Nach knapp einer Stunde auf dem Wasser dauerte Silke Bull das Spektakel dann doch zu lang: Mit gezielten Paddelschlägen rammte die Kanu-Weltmeisterin von 1990 den letzten Konkurrenten, André Rusch, so dass der dann auch unterging.

„Wir haben auf die bewährte Floßbautechnik gesetzt“, verriet Bea aus dem Team „Chantalle“ das Geheimnis des Erfolges. Auch nach einer Stunde hatte Silke Bull noch keine nassen Füße bekommen. Ihr Kommentar: Frauen seien eben doch die besseren Konstrukteurinnen. Der Rekord des vergangenen Jahren lag bei gerade 26 Minuten.

Als Silke Bull und André Rusch noch fröhlich in ihren Booten auf der Warnow paddelten, hatte sich Alexander Czerwinski, auch bekannt als „Sumo-Alex“, schon längst wieder abgetrocknet und seinen ganz persönlichen Triumph gefeiert. „Ich schwimme“, jubelte der 150-Kilo-Mann, nachdem sich sein Boot als tragfähig erwiesen hatte. Im Vorjahr war er nämlich sofort baden gegangen. Was wohl an der Konstruktion und nicht an anderen gewichtigen Faktoren gelegen habe, merkte der frühere Sumo-Weltmeister an. „Ich habe extra beim Kanu-Club trainiert.“ Das reichte für eine gute Zeit im Wettrennen, nach 24 Minuten auf dem Wasser ging Alex entspannt und zufrieden unter.

THOMAS NIEBUHR

mehr auf: www.pappboot-wm.de

Print Friendly, PDF & Email