Pendeln zwischen Uni und Bootshaus

07.03.2009 | Ostseezeitung – Lokalsport

Das Jahr ist erst wenige Monate alt und schon jetzt haben Gordan Harbrecht und Jens Martens vom Rostocker Kanu-Club fast 500 Trainingskilometer in ihren Paddelbooten zurückgelegt.

Mühlendamm Bis vor zwei Jahren war der 23-jährige Gordan Harbrecht als Kajakfahrer ein reiner Ausdauerspezialist. Der Maschinenbau-Student nahm 2007 an der Marathon-Weltmeisterschaft der Kanuten in Ungarn teil. Bei den Deutschen Kanu-Rennsport-Meisterschaften im vergangenen Jahr reichte seine Einerleistung für einen fünften Platz über 200 Meter, sowie einen achten Rang auf der 1000-Meter-Strecke. Harbrecht paddelte zudem im Vierer über 1000 Meter, mit Sebastian Lindner, Paul Mittelstett sowie Olympiasieger Martin Hollstein (alle SC. Neubrandenburg) zur Bronzemedaille. So unterstrich der Rostocker seine Ambitionen, in Zukunft auf den olympischen Distanzen zu punkten.
Auch der Canadierfahrer Jens Martens bewies im letzten Jahr, dass er als 20-jähriger den Anschluss an die nationale Leistungsspitze gefunden hat. Bei den Mannschaftsboot-Entscheidungen gewann er mit seinen Vereinskameraden aus Neubrandenburg insgesamt fünfmal Edelmetall, einschließlich des Meistertitels im Langstrecken-Zweier. Dazu kam Platz acht im Einerfinale über 500 Meter. Sein bisher größter sportlicher Erfolg gelang ihm 2006 in Athen. Damals belegte der Zweier Martens/Kuschela bei den Junioren-Europameisterschaften Platz vier über 1000 Meter und Platz fünf auf der halben Distanz. Bis zum 9. März pendeln die beiden Perspektivkader noch zwischen den Prüfungsräumen der Universität und der Kanu-Trainingsstätte. Danach konzentrieren sich Gordan und Jens ganz auf ihre sportlichen Jahresziele. „Das ist gerade noch rechtzeitig“, schätzt Harbrecht ein. „Denn das erste Kräftemessen findet am 12. April auf der Regattastrecke in Duisburg statt.“ Drei Wochen später treffen sich nochmals alle deutschen Kajak- und Canadierfahrer am selben Ort, um ihr Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen. Die Platzierungen beider Wettkämpfe gehen in eine Gesamtrangliste ein. Diese entscheidet darüber, wer den deutschen Kanuverband auf den Rennstrecken der Welt vertritt.

Die wichtigsten internationalen Veranstaltungen in diesem Jahr sind die EM in Brandenburg und die WM in Kanada. Harbrecht und Martens wollen sich zunächst einen Platz im Nationalkader sichern. Deshalb steht Ende März ein Trainingslager in Kienbaum, zusammen mit den Kanuten aus Neubrandenburg, auf dem Plan. Dort wollen sich die Jungs, unter der Anleitung von Erfolgstrainer Jürgen Lickfett, „den letzten Schliff“ holen. Bis dahin werden die Sportler noch eine Menge Warnowwasser unter die Paddel bringen.  ANDRÉ RUSCH – JENS MARTENS

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